Kommunikation mit dem N-COM B3 Kit: Einbau in einen Nolan N86 Helm

Verpackung N-COM B3
Verpackung N-COM B3 Kit

Hinweis

Ich habe mir im Juni 2018 einen neuen Helm gekauft, der nicht von Nolan ist. Deshalb habe ich das N-COM B3 nicht mehr und kann weitere Fragen zu dem System wahrscheinlich nicht beantworten.

Allgemein

N-COM ist das hauseigene Kommunikationssystem von Nolan. Es lässt sich sehr gut in Nolan Helme integrieren, weil diese bereits für das N-COM vorbereitet sind. Außerdem bietet N-COM mit "Universal Intercom" eine Kommunikation mit anderen Systemen von Fremdherstellern wie Sena an.

 

Für meinen Nolan N86 gibt es das B3 Kit. Es besteht aus:

  1. Steuermodul mit 3 Tasten (Runter, On und Hoch)
  2. Steuermodulaufnahme mit Micro-USB Buchse und fest verbundenen Lautsprechern
  3. ansteckbares Mikrofon
  4. LiPo Akku (1S 3,7V 800mAh)
  5. Steckernetzteil
  6. Halterung für das Mikrofon bei Einsatz in einem Klapphelm
  7. Klettklebepads zur Fixierung der Lautsprecher im Helm
  8. Anleitung mit pixeligen Bildern
  9. Micro-USB Kabel

Inhalt N-COM B3
B3 Kit Inhalt ohne Papierkram

Zerlegen des Helms

Um das N-COM verbauen zu können, muss der Helm zunächst auseinandergebaut werden.


Nolan N86 links
Nolan N86 Helm links
Nolan N86 Front
Nolan N86 Helm frontal
Nolan N86 rechts
Nolan N86 Helm rechts

Als erstes wurde das Visier vom Helm entfernt und das Futter aus dem Helm gezogen. Danach habe ich die beiden N-COM Abdeckungen außen und unten am Helm entfernt. Die Schaumstoffpads aus den Kopfhörerfächern wurden ebenfalls gleich herausgenommen.

Vorsicht beim Lösen der Plastikclips vom Innenfutter!

Nolan N86 Innenfutter
Herausgenommenes Innenfutter
Nolan N86 ohne Innenfutter
Entfernte Schaumstoffpads der Kopfhörerfächer

Als nächstes muss der Kinnschutz aus dem Helm entfernt werden, damit die Seitenteile aus Schaumstoff herausgenommen werden können. Dazu wurde an der roten Lasche im Kinnbereich gezogen. Weil ich befürchtet habe, dass mir der Kinnschutz bei dieser einseitigen Belastung bricht, habe ich von außen mit dem Finger am Kinnschutz gedrückt, damit er gleichmäßiger aus dem Helm geschoben wurde.

Nolan N86 Kinnschutz
Kinnschutz mit roter Lasche zum Entfernen
Nolan N86 Kinnschutz
Beim Ziehen der Lasche mit den Fingern unterstützen
Nolan N86 ohne Kinnschutz
Nach dem Entfernen des Kinnschutzes

Nachdem der Kinnschutz entfernt wurde, können beide Seitenteile aus Schaumstoff aus dem Helm entnommen werden. Diese sehr vorsichtig aus der Helmschale lösen, weil sie leicht brechen können! Meine Technik war es, die Seitenteile in ihrer Position hin und her zu bewegen und etwas zu ziehen, bis sie sich fast von allein aus dem Helm lösten.

Nolan N86 Seitenteil
Am Seitenteil vorsichtig wackeln bis es sich löst
Nolan N86 Seitenteil
Herausgenommenes Seitenteil mit Kopfhörerfach
Nolan N86 ohne Seitenteil
Sicht auf den Einbauort der Steuermodulaufnahme

Nachdem beide Seitenteile entfernt sind, können gleich die Klettklebepads zum Befestigen der Kopfhörer eingeklebt werden.

Nolan N86 Seitenteile
Seitenteil mit Klettpads für die Kopfhörer

Einbau des N-COM B3

Der Helm ist jetzt weit genug auseinandergebaut, um das B3 Kit installieren zu können. Als erstes wurde die Steuermodulaufnahme verbaut. Danach folgte ein Funktionstest, bevor Kopfhörer, Mikrofon und Akku dann fest eingebaut wurden. 

Zum Einbau der Steuermodulaufnahme habe ich zunächst den Micro-USB Anschluss in die ovale Öffnung unten am Helm gesteckt. Dann wurde die Modulaufnahme gegen die Ausbuchtung am Helm gedrückt, sodass sie in der Helmschale einrastetete.

Nolan N86 Modulaufnahme
Einlegen der Modulaufnahme in die Halterung am Helm
Nolan N86 Modulaufnahme
Beide Rastnasen müssen in der Helmschale einrasten

Bevor das N-COM weiter verbaut wurde, habe ich das B3 Kit auf Funktion getestet. Dazu wurde das Mikrofon sowie der Akku eingesteckt und das Steuermodul in die Halterung eingelegt. Zunächst musste das N-COM mit meinem Smartphone per Bluetooth gekoppelt werden.

Zum Koppeln wurde das N-COM mit gedrückt gehaltener ON-Taste eingeschaltet. Die Taste blieb so lange gedrückt, bis alle LEDs des B3 blinkten. Damit ist es im Kuppelmodus. Dann wurde auf dem Smartphone das Bluetooth aktiviert. Das Helmsystem sollte als "N-Com B3" aufgelistet werden. Ansonsten das Bluetooth am Smartphone mehrmals aus- und wieder einschalten. Nach dem Anwählen zum Koppeln wurde es als Gerät mit Anruffunktion und Medienwiedergabe kategorisiert. Das B3 hörte nach dem Koppeln auf zu blinken.

Nolan N86 mit N-COM B3
Es sollte ein Funktionstest vor dem kompletten Einbau durchgeführt werden

Wenn das B3 den Funktionstest bestanden hat, kann es mit dem Einbau weitergehen. Als nächstes wurde das Mikrofon in das Seitenteil aus Schaumstoff gelegt. Dabei ist laut Anleitung von Nolan darauf zu achten, dass der mit einem gelben Sticker markierte Teil des Mikrofons zum Inneren des Helmes, also zum Mund, zeigt. Bei mir war dieser Sticker sehr rudimentär aufgesetzt worden, sodass ich zur Sicherheit den Windschutz vom Mikrofon gezogen habe. Dann ist zu erkennen, dass das Mikrofon zu der Seite ausgerichtet ist, auf welcher der N-COM Schriftzug zu sehen ist. Also sollte darauf geachtet werden, dass der N-COM Schriftzug nach innen bzw. zum Mund zeigt.

Nolan N86 Seitenteil mit Mikrofon
Das Mikrofon wird in die vorgesehene Ausbuchtung im Seitenteil gelegt
N-COM B3 Mikrofon
Das Mikrofon muss mit der gelben Markierung bzw. dem N-COM Schriftzug zum Mund eingelegt werden
N-COM B3 Mikrofon
Ansonsten leidet die Sprachqualität

Nachdem das Mikrofon im Seitenteil richtig ausgerichtet und mit der Modulaufnahme verbunden wurde, kam das Seitenteil wieder in den Helm. Der zugehörige Kopfhörer wurde mittels Klettpad in die vorgesehene Ausbuchtung gesetzt und das Kabel im bestehenden Kanal entlang geführt.

Nolan N86 Seitenteil mit Mikrofon
Beim Einsetzen des Seitenteils auf die korrekte Ausrichtung des Mikrofons achten
Nolan N86 Seitenteil mit Mikrofon
Komplett eingebautes Mikrofon, Steuermodulaufnahme und Kopfhörer links

Im anderen Seitenteil des Helmes wird der Akku verbaut. Dazu wurde der LiPo in seine Halterung geklickt. Die Kabel werden durch die Kanäle im Schaumstoff geführt. Bei mir kamen die Kabel jedoch ungünstig aus dem Akku. Deshalb musste ich die Plastikführung für die Kabel von der Akkuhalterung abschneiden. Danach konnte ich die Kabel besser nach "oben" führen.

Nolan N86 Seitenteil mit Akku
Der Akku in seiner Halterung und im Seitenteil
N-COM B3 Akku
Die Kabelführung der Akkuhalterung musste ich zur besseren Verlegung entfernen
Nolan N86 Seitenteil mit Akku
Nach Entfernen der Führung konnten die Kabel richtig positioniert werden

Der Akku wurde dann mit dem Kabel der Steuermodulaufnahme verbunden. Das Seitenteil mit Akku kann wieder in den Helm eingesetzt werden. Darauf achten, dass das Ladekabel des Akku herausgeführt wird! Danach den Kopfhörer in der Ausbuchtung per Klettpad befestigen und die Kabel im Nackenbereich etwas verstecken.

Nolan N86 Seitenteil
Beim Seitenteil mit Akku darauf achten das Ladekabel heraus zu führen
Nolan N86 Seitenteil
Das Ladekabel kann unter der Helmkante versteckt werden
Nolan N86 Nacken
Im Nackenbereich darauf achten dass die Clipaufnahmen des Innenfutters frei bleiben

Damit ist das N-COM B3 vollständig in den Nolan N86 eingebaut. Die letzten Schritte waren das Einsetzen des Kinnschutzes, Einlegen des Innenfutters und Einrasten des Visiers.

Nolan N86 ohne Innenfutter
Vollständig installiertes N-COM B3
Nolan N86 Kinnschutz und Mikrofon
Beim Einsetzen des Kinnschutzes auf das Mikro achten
Nolan N86 mit N-COM und Innenfutter
Hinter dem Innenfutter werden alle Kabel versteckt

Fazit

Ist der Helm wieder vollständig zusammengebaut ist das N-COM fast nicht zu sehen. Das Ladekabel des Akkus wird hinter dem Wangenfutter versteckt und so auch vor Schmutz und Wasser geschützt. Von vorne sieht man das Steuermodul überhaupt nicht.

Nolan N86 mit N-COM B3 Front
Von vorne ist das N-COM Steuermodul nicht zu sehen
Nolan N86 mit N-COM B3 links
Seitenansicht mit Steuermodul

Nun zum ersten Eindruck nach einer Tour von Hamburg nach Skagen entlang der Nordseeküste:

Hin- und Rückfahrt waren jeweils ungefähr 12h Fahrt. Dabei wurde hauptsächlich über die Landstraße gefahren. In Deutschland war auch ein wenig Autobahn dabei. Wir sind zu zweit unterwegs gewesen. Mein Kollege hatte ein Sena 10R in seinen Helm integriert. Beide wurden über das Universal Intercom gekoppelt. In den folgenden Abschnitten werden meine persönlichen Eindrücke vom N-COM B3 dargestellt.

 

a) Verbindung N-COM B3 mit dem Sena 10R

Beide Geräte wurden nach Anleitung über Universal Intercom gekoppelt. Nachdem sie sich erkannt haben, wird das jeweilige System als Teilnehmer im Speicher abgelegt. Von nun an müssen beide Geräte nur eingeschaltet werden und finden sich dann automatisch wieder, damit man kommunizieren kann. Nach dem Einschalten sollten ca. 5min eingeplant werden, damit sich die Helme finden können.

Um die Kommunikation zu starten, muss beim N-COM einmal auf den ON Knopf gedrückt werden. Damit startet ein Intercom Anruf und beim Sena klingelt es. Der Gesprächspartner nimmt daraufhin den Anruf an und man kann miteinander reden, bis einer der beiden auflegt. Beim Sena wird das N-COM jedoch als Handy gelistet. Entsprechend muss der Sena Besitzer einen richtigen Anruf an das "Handy N-COM" starten, was durch längeres Drücken eines Knopfes ausgelöst wird. Das ist in manchen Situation jedoch zu lang. Deshalb haben wir es so gemacht, dass ich als N-COM Nutzer ein Handzeichen zum Reden erhalte und dann die Kommunikation anstoße, weil es bei mir nur einen kurzen Knopfdruck erfordert. Dafür kann das Sena 10R das Gespräch per VOX annehmen, weshalb der Sena Nutzer nur ins Mikrofon pusten oder "Hallo" sagen muss, damit der Anruf angenommen wird.

 

b) Sprachqualität Intercom, Reichweite, Geschwindigkeitsgrenze

Die Sprachqualität bis 100km/h ist beim N-COM sehr gut (Naked Bike, Nolan N86 Helm). Der Sena Helm war mit und ohne Gehörschutz klar und deutlich zu verstehen. Auf Sena Seite wurde mir beschrieben, dass auch ich klar und deutlich zu verstehen bin. Auf der Autobahn kommen die Lautsprecher des N-COM jedoch an ihre Grenzen. Ab 120km/h waren mit und ohne Gehörschutz die Umgebungsgeräusche so laut, dass ich den anderen trotz maximaler Lautstärke nicht mehr klar genug verstehen konnte. Dies wird auch durch den Helm beeinflusst. Beim Sena 10R in einem Shoei Helm bin ich auch weiterhin klar und deutlich zu verstehen. Letztendlich musste der Gesprächspartner langsamer und überdeutlich reden oder man verringert für kurze Zeit die Geschwindigkeit.

Für meine Zwecke ist die Reichweite des N-COM B3 sehr gut. Auf freiem Feld (Norddeutschland und Dänemark) konnte sich mein Kollege auch 200m zurückfallen lassen und wir konnten ohne Probleme weiterreden. Komplett bis zum Verbingungsabbruch sind wir nicht gefahren. Im Stadtverkehr mit Gebäuden, LKWs etc. gab es auch keine Probleme.

 

c) Musikhören

Die Musik kommt über Bluetooth von meinem Smartphone, welches ich in der Jackeninnentasche trage. Verbindungsprobleme sind bei mir nicht vorgekommen. Die Lautstärke, Play/Pause und das Überspringen eines Liedes kann über das N-COM gesteuert werden. Für mich betont das N-COM die Höhen deutlich. Deshalb stelle ich bei Fahrten ohne Gehörschutz den Equalizer tiefenbetont ein. Bei Fahrten mit Gehörschutz werden die Höhen gedämpft und ich kann ohne Equalizer die Musik hören. Auch hier gilt wieder, dass ab 120km/h auf der Autobahn durch die Umgebungsgeräusche bei maximaler N-COM Lautstärke nicht mehr alles gut zu hören ist. Insgesamt bin ich mit der Ausgabequalität meiner Musik auf der Landstraße zufrieden.

 

d) Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit lag bei der Dänemarktour bei 7-8h. Dabei wurde ca. 3h über Intercom geredet (2h kontinuierliche Verbindung) und den Rest der Zeit Musik gehört. Wenn der Akku fast leer ist, kommt regelmäßig die Ansage über das N-COM "Battery low". Man merkt es aber auch daran, dass die Musikwiedergabe ab und zu stockt. Dies zieht sich bis zu 1h hin, bis das B3 von selbst ausgeht. Meist schalte ich bei "Battery low" die Musik ab und spare die Akkuladung für wichtigere Gespräche mit dem Kollegen auf, bis die nächste Raststelle kommt und ich den Helm laden kann. Mein Umbau zum Laden per Powerbank hat sich auf der Dänemarktour bezahlt gemacht (siehe auch Kapitel 5). In der Mittagspause konnte ich meinem N-COM zu weiteren 4h Laufzeit verhelfen und mich so über die restliche Fahrzeit retten. Das Sena 10R des Kollegen hat jedoch 10h bei gleicher Belastung durchgehalten. Da würde nur ein Akku-Upgrade beim N-COM B3 helfen, um gleichzuziehen.

 

Zusammenfassend bin ich mit dem N-COM B3 zufrieden. Es erfüllt seine Aufgaben sehr gut und ich möchte die Möglichkeit, ohne Rast während der Tour mit meinem Kollegen Dinge zu besprechen, nicht mehr missen.

Laden mittels Powerbank

VORSICHT!

In diesem Artikel stelle ich nur mein eigenes Vorgehen dar. Ich gebe keine Garantie oder Gewährleistung für die Richtigkeit meiner Angaben.

Eingriffe in die Elektronik, insbesondere das Laden eines Akkus bergen Risiken wie z. B. die Zerstörung der Elektronik oder die Brand- und Explosionsgefahr des Akkus.

Ich übernehme keine Haftung für enstandene Schäden oder Verletzungen bei Nachahmung meiner Vorgehensbeschreibung.

Die nachfolgenden Anpassungen geschehen auf eigene Gefahr!

Update:

Ich habe von Ron (siehe Kommentare) erfahren, dass es auch eine fast fertige Lösung zum Laden per USB/ Powerbank gibt:

In der Bucht findet man USB Lader für 1S LiPos, die wie ein großer USB Stecker aussehen und 500mA Ladestrom ausgeben können. Da LiPos im Regelfall mit 1C geladen werden können, sollten 500mA bei dem hier verwendeten 800mAh Akku ebenfalls in Ordnung sein. Diese Lader haben meist einen JST Stecker für Modellflugakkus, den man aber leicht ersetzen kann.

Dem N-COM B3 ist ein Steckernetzteil mit 4,2V 400mA Ausgang beigelegt. Es kann jedoch passieren, dass man die Nacht bei großen Touren im Zelt verbringt und keine Steckdose weit und breit zu finden ist.

Netzteil Nolan
Mitgeliefertes Steckernetzteil von Nolan
Kenndaten Steckernetzteil
Kenndaten des Steckernetzteils

Für Smartphone, Navigationsgerät und Kamera habe ich eine Powerbank dabei, um die Geräte abends im Zelt aufzuladen. Die Powerbank selbst wird während der Fahrt vom Bordnetz des Motorrads aufgeladen.

Der Akku des N-COM B3 ist jedoch eine einzelne LiPo Zelle, welche direkt über den Hohlstecker-Anschluss geladen wird. Powerbanks geben für USB-Geräte mit integrierter Ladeelektronik typisch 5V und verschiedene Stromstärken aus. Eine einzelne LiPo Zelle verträgt es nicht gut, über 4,2V geladen zu werden. Das äußert sich durch Aufblähen oder im schlimmsten Fall durch Abgasen oder Brand.

Deshalb gibt das N-COM Netzteil nicht wie übliche Smartphone Ladegeräte 5V und bspw. 1A aus, sondern 4,2V und 400mA.

 

Meine Überlegung:

Man benötigt einen Spannungswandler, der aus den 5V der Powerbank 4,2V macht und eine Stromstärke von maximal 400mA zum Akku des N-COM ausgibt. 

Ich habe mir dafür ein Lademodul mit einem TP4056 IC in der Bucht gekauft (insgesamt 3,50€). Der TP4056 ist ein IC zum Laden von einzelligen LiPo Akkus. Er macht aus 5V am Eingang die benötigten 4,2V. Über einen Widerstand ist die benötigte Stromstärke am Ausgang einstellbar.

 

Als Eingang hat das Lademodul mit dem TP4056 einen Micro-USB Anschluss. Ich kann somit mein Smartphone Kabel nutzen, um die Powerbank mit dem Lademodul zu verbinden. An den Ausgang des Lademoduls muss dann noch ein Kabel mit Hohlstecker angelötet werden, um es mit dem Akku des N-COM verbinden zu können. Ich habe das Kabel des originalen Nolan Ladegerätes dafür benutzt. Jörg hat für seine Lösung einen passenden DC-Stecker mit 1,3 mm/3,3mm/9,5mm von Conrad mit der Art. Nr. 1582343 verwendet.

Beim Anlöten unbedingt auf die Polarität des Kabels und des Boards achten!

 

Wichtig ist die Einstellung der ausgegebenen Stromstärke für den Akku. Standardmäßig ist auf dem Lademodul ein 1,2kOhm Widerstand verlötet, was einen Ausgangsstrom von 1000mA bedeutet. Im Datenblatt des TP4056 ist die Berechnungsformel angegeben, um den richtigen Widerstandswert für die benötigte Stromstärke zu finden. Der verbaute 1,2kOhm Widerstand muss durch den errechneten Widerstand ersetzt werden.

 

R = 1V x 1200 / I_Akku

 

Das heißt für 400mA Ausgangstrom wie bei dem Steckernetzteil von Nolan benötigt man einen 3kOhm Widerstand.

Nachdem das Lademodul bei mir eingetroffen war, habe ich zunächst den Widerstand angepasst. Auf dem Board ist dies der Widerstand R3. Ich habe ihn durch 3kOhm ersetzt.

Lademodul TP4056
Lademodul mit dem IC TP4056
Lademodul mit Hohlstecker
Widerstand R3 wurde durch 3kOhm ersetzt und ein Hohlstecker an den Ausgang gelötet

Als nächstes wurde geprüft, ob die ausgegebene Spannung dem erwarteten Wert entspricht. Dazu habe ich den Eingang des Lademoduls über ein Micro-USB Kabel mit meiner Powerbank verbunden und die Spannung am Ausgang gemessen. Der mit meinem Multimeter gemessene Wert von 4,17V am Ausgang war in Ordnung.

Danach wurde der Hohlstecker mit dem Akku im Helm verbunden. Das Lademodul hat daraufhin die Spannung sehr langsam auf einen Endwert von 4,24V steigen lassen, also den Akku vollgeladen.

Ausgangsspannung Voltmeter Lademodul Powerbank
Ausgangsspannung ohne angeschlossenen Akku bei Speisung durch Powerbank
Endspannung Akku Helm durch Powerbank
Endspannung nach Aufladen des Akkus mit dem Lademodul und der Powerbank

Damit hat das Lademodul seinen Funktionstest bestanden und kann zum Laden des N-COM über eine Powerbank verwendet werden. Abschließend habe ich die Elektronik mit einem Schrumpfschlauch ummantelt.

Lademodul Schrumpfschlauch
Lademodul mit Schrumpfschlauch als Schutz

Bilder zu Kommentaren

Micro USB Anschluss NCOM B3
Bild 1 Durch Kappe geschützter Micro USB Anschluss
Micro USB Buchse NCOM B3
Bild 2 Blick auf die Micro USB Buchse
Kennschild Kenndaten Steuermodul NCOM B3
Bild 3 Kennschild unter dem Steuermodul

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Kommentare: 21
  • #1

    Klapperkiste (Samstag, 25 März 2017 12:10)

    Hey,

    danke für die tolle Anleitung! Ich habe das B3 gebraucht erstanden, finde aber keinen USB-Anschluss, und die weißen Plastiksteckverbindungen. Wo soll denn der Anschluss sein? Dort, wo ich das vermuten würde ("habe ich zunächst den Micro-USB Anschluss in die ovale Öffnung unten am Helm gesteckt." lässt mich vermuten, dass es verschiedene Versionen gibt. Oder habe ich etwas falsch verstanden?

    Danke und viele Grüße!

  • #2

    dukeonroad (Samstag, 25 März 2017 17:01)

    Hallo,
    schön dass die Anleitung gefällt!

    Der USB-Anschluss befindet sich bei meinem B3 direkt unter der Modulaufnahme und ist durch eine Gummikappe geschützt. Habe dazu Bilder in einem neuen Kapitel unten an den Artikel angehängt (Bild1 und Bild2). Der Anschluss ist nach der Montage, wie richtig vermutet, über die ovale Öffnung unten am Helmrand erreichbar.

    Mir ist nicht bekannt, dass es verschiedene Versionen des B3 gibt, möchte es aber auch nicht ausschließen. Zum Vergleich habe ich das Kennschild auf meinem Steuermodul angehängt (Bild 3). Dort sind verschiedene Kennzahlen zu sehen. Die beiden Zahlenkreise unten besagen 16/4. Ich vermute das ist der Produktionszeitraum.

    Ich hoffe ich konnte helfen.

    Grüße zurück!

  • #3

    superqua (Montag, 17 Juli 2017 08:42)

    Danke für die großartige Anleitung! Ich habe damit den Einbau ohne Probleme hin bekommen.

  • #4

    superqua (Montag, 17 Juli 2017 09:25)

    Eine Frage habe ich noch:
    mein n-com scheint nicht richtig zu laden. Die LED auf dem Ladegerät leuchtet entweder durchgehend rot, oder blinkt rot.
    Welchen status sollte sie denn während des Ladens, bzw. nach vollständigem Laden anzeigen?

  • #5

    dukeonroad (Montag, 17 Juli 2017 19:17)

    Hallo,
    es freut mich, dass Dir die Anleitung helfen konnte!

    Welches Ladegerät ist gemeint?

    Falls das originale Ladegerät gemeint ist:
    Leider besitze ich das NCOM Ladegerät nicht mehr, weil ich komplett auf das Lademodul für die Powerbank umgestiegen bin. Deshalb kann ich keine genaue Aussage zum Leuchten der LED vom NCOM Ladegerät machen. In der Anleitung zum B3 habe ich dazu auch nichts gefunden.
    Meine Vermutung: Während des Ladens sollte es rot blinken und nach vollständigem Laden dauerhaft rot leuchten.

    Falls das selbstgebaute Ladegerät für die Powerbank gemeint ist:
    Ein rotes Blinken der LED konnte ich noch nicht feststellen. Dann scheint mir dort ein Fehler zu sein. Entweder es leuchtet durchgehend blau (Zielspannung erreicht bzw. nichts angeschlossen) oder rot (Ladevorgang). Obwohl es bei für mich vollem Akku auch noch durchgehend rot leuchtet. Wahrscheinlich müsste ich eine gefühlte Ewigkeit warten, bis es dass letzte Hunderstel zur Sollspannung geschafft hat und blau leuchtet.

    Wie leuchtet es ohne angeschlossenes N-COM?
    Ändert es sich beim Anschließen des N-COM wenn der Akku leer ist?

  • #6

    superqua (Mittwoch, 19 Juli 2017 09:19)

    Danke. ich hatte das originale Ladegerät gemeint. mittlerweile lädt es auch. Allerdings anscheinend nicht wenn die LED rot blinkt, sondern nur wenn sie durchgehend leuchtet.
    Laut meiner Erfahrung ändert sich auch die Farbe nicht wenn das n-com voll geladen ist.

  • #7

    V.Narada (Samstag, 10 März 2018 18:32)

    Hi,
    das originale Ladegerät zeigt rot, wenn es den Akku im Helm lädt, zeigt grün wenn dieser voll sein sollte, blinkt rot, wenn der angeschlossene Akku unter 3V hat, also tiefentladen ist.
    SO SOLLTE ES SEIN !
    ABER....die originalen Ladegeräte sind genau wie die verwendeten Akkus, unterirdisch schlecht.
    Zum einen erkennt der interne Ladecontroller nicht bei allen Geräten, wann die 4.2V erreicht sind
    und schalten schon vorab den Ladestrom ab. Auch die Erkennung vom N-COM selbst, wann der Akku leer ist, passt leider nicht immer und manche Geräte schalten erst ab, wenn der Akku schon von einigen Ladern als def. /zu tief entladen erkannt wird, dann blinkt der Lader auch rot.

    Ich selbst habe für unsere Helme die Geräte mehrfach tauschen müssen, bis einer!! voll funktionierte.
    ImMo haben wir noch einen Helm bei dem der neue Akku innerhalb von 8h komplett entladen ist.
    Wohlgemerkt NEUWARE von Tante L. !
    Da ich nun wirklich gar keine Lust mehr habe, wieder den Helm zu zerlegen um dann festzustellen das der getauschte b3 auch nicht läuft, werde ich den Akku durch einen Modellbauakku mit höherer Kapazität aber gleichen Massen ersetzen und einen Lader für Modellakus nehmen, bei dem ich auch den Ladestrom einstellen und kontrollieren kann.
    Wir haben unsere b3 inzwischen 4 Monate und konnten bisher noch nie "kommunizierend" fahren,
    wirklich entteuschend das Produkt.

  • #8

    DukeOnRoad (Samstag, 10 März 2018 19:06)

    Hallo V.Narada,
    danke für den Beitrag über Deine Erfahrungen mit dem N-COM!

    Schade, dass das N-COM bei Dir solche Probleme macht.
    Die Nutzung eines Modellbauakkus ist ein guter Tipp und falls ich ebenfalls solche Akkuprobleme bekomme, werde ich es auch damit versuchen.

    Gruß

  • #9

    Ron (Montag, 12 März 2018 12:48)

    Hi, ich hatte unabhängig von Dir fast das Gleiche umgesetzt und eine Saison im Einsatz. Was mich gestört hat- ist die Bastellösung ohne vernünftiges Gehäuse (hab meins in eine SD-Card Schachtel gequetscht.
    Habe mich jetzt mal mit LIPO´s beschäftigt. Der Akku des B3 hat ja 850mAh und LIPO-Akkus können normalerweise mit 1C geladen werden (also 850mA).
    Es gibt bei Eb... "USB PC 3,7V 1s Lipo Akku Battery Ladekabel Ladegerät Charger mit JST Stecker 5V" für 4€. Das Teil bringt 500mA und sieht aus wie ein USB-Stecker mit Kabel dran. Einfach den LIPO-Stecker gegen einen passenden auswechseln und man hat ein passendes Ladegerät mit Gehäuse ohne nennenswerte Bastelarbeit.
    SD-Widerstände zu löten- wie bei der Bastellösung, dürfte für die meisten denke ich mal eine ziemliche Hürde sein.
    Gruß T.

  • #10

    DukeOnRoad (Montag, 12 März 2018 17:31)

    Hallo Ron,
    vielen Dank für Deinen Kommentar!

    Ich habe auch darüber nachgedacht, 1C zu nutzen bzw. den Ladestrom zu erhöhen. Am Anfang wollte ich allerdings die Bastellösung an Nolan Vorgaben anpassen. Ich werde mir das in dieser Saison nochmal anschauen.
    Deine Idee mit dem USB Ladegerät von der Bucht ist deutlich einfacher und geschützter als meine Bastellösung! Ich werde im betreffenden Kapitel auf deinen Kommentar verweisen.

    Gruß

  • #11

    Micha (Mittwoch, 11 April 2018 20:54)

    Das Aufladen unterwegs ist wirklich ein Problem, das können die billigen China-Modelle besser.
    Die Idee mit dem USB-Ladeteil gefällt mir, gibt es eine gute Idee, wo man den passenden Hohlstecker herbekommt bzw. die Maße innen/außen?
    Schon mal Danke für die Mühe!

  • #12

    DukeOnRoad (Donnerstag, 12 April 2018 16:52)

    Hallo Micha,
    der Hohlstecker den ich nutze hat 3,5mm Außendurchmesser, ca. 1,3mm Innendurchmesser und eine Schaftlänge von ca. 10mm.
    In der Bucht habe ich etwas gefunden, wenn man "DC-Stecker Hohlstecker Rundstecker für Netzteile 3,5/1,35" sucht. Ansonsten findet man bestimmt auch bei den Elektronikversandhäusern etwas in den Maßen.

    Gruß

  • #13

    Micha (Dienstag, 22 Mai 2018 17:09)

    Hallo,
    habe mir alles besorgt und wollte heute den Hohlstecker anlöten. Zur Kontrolle der Polarität habe ich das USB Ladeteil gemessen und das Meßgerät zeigt eine Leerspannung von 5,22V (USB-Ladeteil am voll geladenen Akkupack). Verträgt das der Akku im N-Com?
    Danke

  • #14

    DukeOnRoad (Mittwoch, 23 Mai 2018 17:08)

    Hallo Micha,
    der Akku in meinem N-Com B3 ist eine einzelne LiPo Zelle, die maximal auf 4,2V geladen werden darf. Darüber wird der Akku beschädigt. Ich würde es nicht an ein USB Ladegerät anschließen, dass am Ausgang 5,2V ausgibt. Das von mir verwendete Lademodul mit dem TP4056 gibt 4,2V ohne angeschlossenen Akku aus und die anderen 1S LiPo Lader sollten dies auch tun.

    Gruß

  • #15

    Micha (Mittwoch, 30 Mai 2018 12:08)

    Hallo und danke für die Nachricht. Es ist das oben von Pon erwähnte Teil (https://www.ebay.de/itm/USB-PC-3-7V-1s-Lipo-Akku-Battery-Ladekabel-Ladegerat-Charger-mit-JST-Stecker-5V/192132607447?hash=item2cbbfeedd7:g:nvkAAOSw44BYFcZN)
    In der Beschreibung steht: lädt bis 4,23V
    Ich habe die Leerspannung gemessen, die kann unter Last ja runtergehen. Kann man sich drauf verlassen, daß der Ladevorgang bei 4,2V beendet wird? Bin kein Elektroniker :-)
    Trotzdem Danke
    Micha

  • #16

    DukeOnRoad (Sonntag, 03 Juni 2018 08:47)

    Hallo Micha,
    ich kann leider nichts dazu sagen, ob bei diesem Ladegerät der Ladevorgang korrekt bei 4,2V beendet wird. Ich nutze noch das Lademodul mit dem TP4056, welches 4,2V Leerlaufspannung hat.
    Vielleicht kann der Verkäufer des Ladegerätes darüber Auskunft geben.

    Gruß

  • #17

    Dietsch (Dienstag, 03 Juli 2018 10:57)

    Hallo überlege mir auch so ein B3 zu kaufen. Was ist mit der verbauten Mikro usb Buchse ?
    Die kann man wohl nicht zum laden benutzen ?

  • #18

    DukeOnRoad (Samstag, 14 Juli 2018 13:57)

    Hallo Dietsch,
    seit Juni habe ich einen neuen Helm, der nicht von Nolan ist. Deswegen habe ich das N-COM B3 auch nicht mehr. Soweit ich mich erinnere, konnte das N-COM B3 nicht über die USB Buchse geladen werden.

    Gruß

  • #19

    Jörg (Montag, 18 Februar 2019 14:32)

    Hallo,
    das hier ist der wohl geilst Artikel für das Alternative Laden von dem B3.
    Nolan selber steht Stiefmütterlich da und bietet nichts an.
    Meinen allerbesten Dank für die super Erklärung und genau Beschreibung.
    Ich habe mein Original-Netzteil nicht von dem Stecker befreit, sondern bei CONRAD Ersatz besorgt.
    CONRAD ArtikelNr.: 1582343 DC-Stecker 1,3 mm/ 3,3mm / 9,5mm
    Den 3k Ohm Wiederstand hatte Conrad nicht, dafür habe ich einen 2,7 k Ohm verwendet.
    Ein Gehäuse hat der 3D Drucker erstellt.
    Funktioniert Super.
    LG Jörg

  • #20

    DukeOnRoad (Samstag, 23 Februar 2019 12:30)

    Hallo Jörg,
    schön, dass dir der Artikel helfen konnte! Ich danke dir für den Hinweis auf den Conrad Stecker.

    Gruß
    Werner

  • #21

    Whitie59 (Freitag, 22 März 2019 08:31)

    Ich werde heute Abend, nachdem auch der vierte Nolan-Akku nicht funktioniert, einen Modellbauakku mit der gleichen Kapazität einbauen. Mal sehen ob das funktioniert. Werde bei Gelegenheit berichten ;-).

    Gruß Udo